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Die PowerWind 90 – ein Bremerhavener Forschungsobjekt

Pressemeldung, Hamburg: PowerWind und Fraunhofer IWES vermessen Prototypen. Lastenmessungen zur Gewichts- und Strukturoptimierung.
Seit dem 21. Dezember 2010 speist die 2,5-MW-Anlage PowerWind 90 am Bremerhavener Grauwallring ins dortige Stromnetz ein. Die Testphase ist erfolgreich abgeschlossen. Jetzt wird die Windenergieanlage mit ihrem 90m-Rotor für die Übergabe an den Bremer Projektentwickler wpd AG vorbereitet und gleichzeitig aufwändig zu einem echten Forschungsobjekt umgebaut. Die PowerWind GmbH hat das renommierte Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) mit Messungen und Untersuchungen beauftragt, die einem mit Landesmitteln geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekt dienen.
Seit fast vier Wochen finden Vorbereitungen für Lastenmessungen des IWES an der PowerWind 90 statt. Übergeordnetes Ziel der Analyse ist eine Gewichts- und Strukturoptimierung der Produktplattform PowerWind 90/100. Das Projekt ist über die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (BIS) mit Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union gefördert. Die Lastenvermessung wird je nach Windsituation mindestens zwölf Wochen andauern und startet voraussichtlich noch im Mai. Für die Untersuchung wird ein ausgeklügeltes Mess- und Analyseinstrumentarium installiert, dazu zählen unter Anderem sechs Beschleunigungssensoren zur Erfassung aller Freiheitsgrade der Anlagenschwingungen, sowie mehr als 30 Dehnungsmessstreifen samt diversen Erfassungseinheiten an verschiedenen Punkten der Anlage: am Turmkopf mit dem Maschinenhaus, am Turmfuß, an den Blattwurzeln, am Generatorträger, am Grundrahmen sowie an der langsamen und schnellen Welle. Insgesamt werden dafür rund zwei Kilometer zusätzliche Kabel verlegt. Außerdem wird ein hochmodernes Lidar-Gerät eingerichtet, das mit innovativer Lasertechnik die Windgeschwindigkeit auf unterschiedlichen Höhen erfasst.
„Forschung und Entwicklung ist eine der Kernkompetenzen von PowerWind. Wir schätzen das Fraunhofer IWES als kompetenten Partner und können uns weitere Kooperationen für künftige Forschungsprojekte sehr gut vorstellen“, sagte Thomas Korzeniewski, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von PowerWind. „Der Schwerpunkt unserer Forschung liegt in der Erhöhung der Effizienz von Windenergieanlagen. Nur mit Hilfe der Kenntnis über die Lastsituation, die wir zusammen mit unserem Industriepartner PowerWind vermessen, lassen sich Design- und Betriebsprozesse verbessern“, so Dr. Holger Huhn, Abteilungsleiter für Technische Zuverlässigkeit beim Fraunhofer IWES.
Für die bestehende Anlage können die Messergebnisse zu einer Optimierung der Anlagensteuerung und somit zu einem höheren Energieertrag führen. Für die in der Folge von PowerWind in Bremerhaven produzierten Einheiten sollen Strukturoptimierungen und am Ende eine signifikante Gewichtsreduktion als Ergebnis der Untersuchungen herauskommen. Das bedeutet letztlich, dass künftig Kosten gesenkt werden können und die Erzeugung jeder Kilowattstunde Windstroms noch wirtschaftlicher wird. Auf diese Weise hoffen die PowerWind GmbH und Fraunhofer IWES also, weitere wertvolle Argumente für einen schnelleren Umstieg auf erneuerbare Energien liefern zu können.
Über das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik
Die Forschungsgebiete des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES umfassen das gesamte Spektrum der Windenergie sowie die Integration der erneuerbaren Energien in Versorgungsstrukturen. Am Fraunhofer IWES arbeiten derzeit etwa 230 Wissenschaftler, Angestellte und Studenten. Das Jahresbudget beträgt rund 22 Mio. Euro. Auf nationaler und internationaler Ebene arbeitet das Institut mit zahlreichen öffentlichen und industriellen Forschungseinrichtungen erfolgreich zusammen. Die Anwendungsnähe des Fraunhofer IWES dokumentiert sich u. a. in der großen Zahl von Projektkooperationen mit der Industrie und direkten Aufträgen von Unternehmen. Zusammen mit ForWind, dem Zentrum für Windenergie-forschung der Universitäten Oldenburg, Hannover, Bremen, bilder das Fraunhofer IWES den Nationalen Forschungsverbund Windenergie.
Weitere Informationen unter: www.iwes.fraunhofer.de



